Murphys Teamgesetze

Gefangen im Paradox.

In diesem Blogartikel liste ich einige Herausforderungen auf, die mir in der Arbeit mit Teams immer wieder begegnen. Ein Team (nicht eine Gruppe) definiere ich hierbei grob wie folgt:

  1. Hat einen gemeinsamen Auftrag, ein Ziel, dass alle verbindet und
  2. Enthält verschiedene Mitglieder, die jeweils eine spezifische Rolle einnehmen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.

Die folgenden Muster sind mir in der Teamarbeit bisher besonders oft begegnet…

 

Das Informationsparadox
Teammitglieder werden in der Regel gerne proaktiv informiert um die letzten Neuigkeiten zu erfahren und zu wissen, wie es den anderen geht und was sie gerade machen. Oft jedoch haben sie bereits sehr viele Aktivitäten „am Laufen“ und werden von verschiedensten Seiten mit Informationen überhäuft (Informationsspamming).


Wie also findet man die passende Ebene der Informationsversorgung?

 

Das Steuerungsparadox
Viele Menschen wertschätzen es sehr, freie Einteilung von Orten und Zeit vornehmen zu können, um zu machen, was sie selber wollen. Sie anerkennen es, wenn sie ganz sie selbst sein dürfen, um kreativ zu sein und eigene Konzepte zu entwickeln. Dies wiederum steht mit der Rolle des klassischen „Managers“ im Konflikt, der das Team überwacht, Arbeitsstrukturen gibt und seinen Mitarbeitern Erwartungen setzt. Nicht zu vergessen, es gibt durchaus viele Menschen, die es sehr gut finden, wenn ihre Vorgesetzten klare Erwartungen vorgeben, um dadurch besser zu verstehen, in welche Richtung es gehen soll.


Wo liegt also die richtige Balance zwischen „Totaler Kontrolle“ und „Laissez-faire“?

 

Das Näheparadox
Viele Teammitglieder sind auch gerne mal ganz für sich, werden ungern von anderen gegängelt und finden es toll, wenn sie einen Arbeitsbereich nur für sich selber haben (den sie nicht mit anderen teilen müssen). Sie arbeiten vielleicht gerne „aus der Distanz“ (remotely), was ihnen viele Freiheiten ermöglicht, den eigenen Alltag zu strukturieren. Andererseits sind sie auch gerne in Kontakt mit anderen, teilen ihre Erfahrungen und arbeiten gerne mal intensiv mit Kollegen zusammen, um das große gemeinsame Ziel zu erreichen.


Wo ziehen Sie also die Linie zwischen Distanz und Nähe in der Arbeit für ein Team?

 

Das Verlässlichkeitsparadox
Mitarbeiter mögen es oft, wenn sie in stabiler Arbeitsumgebung mit verlässlichen Abläufen arbeiten. Sie finden es gut, wenn sie wissen was sie erwartet und was zu tun ist. Das gibt ihnen Sicherheit und vielleicht ein Gefühl von: „Ja, das kann ich schaffen!“. Gleichzeitig kann zuviel Routine in Prozessen auch zu Langeweile und Unterforderung führen. Menschen benötigen von Zeit zu Zeit einen frischen Impuls, um neue Energie zu gewinnen, sich weiterzuentwickeln und zu lernen.


Welches Verhältnis ist also das Richtige zwischen Wechsel und Kontinuität mit den Teams, die Sie aktuell begleiten?

 

In diesem Artikel habe ich vier Paradoxe aufgeführt, die Ihnen – ob als Teammitarbeiter oder –leiter – immer wieder mal begegnen können. Es gilt für Sie, diese erfolgreich zu bewältigen, um das Team effektiv und leistungsfreudig zu machen.

Ich ermutige Sie dazu, in meinem nächsten Blog weiterzulesen, um ein paar Ideen und Tipps zu erhalten, wie man diese Paradoxien gut handhaben kann.

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