Ein gut ausbalanciertes Team

Balance der Information

Wie finden Sie die angemessene Ebene der Informationsversorgung in Ihrem Team?
Nun, zunächst gilt es herauszufinden, welche Arten der Information für Ihre Teammitglieder essentiell sind. Was brauchen diese unbedingt, um ihren jeweiligen Job machen zu können? Hierzu kann es hilfreich sein, die Informationen in drei verschiedene Kategorien zu unterteilen: „Informations-Muss“, „Informations-Soll“ sowie „Informations-Kann“.

Zweitens analysieren Sie, welche Möglichkeiten an Kommunikationswerkzeugen a) vom Team bereits genutzt werden und b) des weiteren einsetzbar wären. Wie Sie wissen, sind verschiedene Werkzeuge für verschiedene Anlässe geeignet. Beispiel: Wenn ein Team von einer Führungskraft regelmäßig eine Email erhält, in der um einen Klick auf einen Link zu einem Video oder Blogartikel gebeten wird, so ist dies vielleicht eine nett gemeinte Idee. Jedoch ist leider ein Medienbruch involviert. Man muss auf den Link klicken, um ins Inter-/Intranet „geschickt“ zu werden. Warum dann nicht besser die 2-3 wichtigsten Botschaften aus Video oder Blog bereits in der Email platzieren (mit der Chance, dass diese vom Leser frühzeitig wahrgenommen werden)? Leider ist dies eine Vorgehensweise, die sich bisher noch nicht vielen Führungskräften erschlossen hat.

Drittens geht es für Sie darum, Informationsinhalte und –kanäle clever zu arrangieren. Bedenken Sie, dass die Aufmerksamkeitsspanne von Lesern oft niedrig und ihre Zeit höchst wertvoll ist. Deshalb sollten Sie sich immer stark fokussieren und Ihre wichtigsten Botschaften frühzeitig in einer Push-Kommunikation an Ihr Team platzieren.

 

Balance der Steuerung

In Zeiten der aufkommenden agilen Arbeitsstrukturen wird das Konzept der „Selbstorganisation“ von Teams stärker und stärker. Immer öfter lehnen es Arbeitnehmer ab, von Vorgesetzten eng geführt zu werden und bevorzugen Aufgaben, die ihnen einen hohen Freiheitsgrad ermöglichen. Gleichzeitig gilt es sicherzustellen, dass alle Teammitglieder Arbeiten erfüllen, die das Team in die gewünschte Richtung bringen und Redundanz vermieden wird.

Als Teamleiter ist es für Sie unablässig eine Balance zwischen beidem zu finden: Einerseits sollen Sie Ihren Teammitgliedern ein Maximum an Freiheit ermöglichen, um ihre Arbeit selbst gestalten zu dürfen. Auf der anderen Seite ist es für Sie und die Organisation lebensnotwendig, dass Sie klare Erwartungen setzen, was Sie vom Arbeitsbeitrag jedes einzelnen Mitarbeiters konkret erwarten, in Bezug auf das Teamziel. Sie müssen also beides kombinieren, in Ihrer Rolle: Sie unterstützen das Team indem Sie eine Arbeitsumgebung bereitstellen, die ein Höchstmaß an sinnvoller Arbeit und Freiheit verspricht und Sie beaufsichtigen Ihr Team, in dem Sie klare Erwartungen setzen und die Einhaltung dieser von Zeit zu Zeit überprüfen.

 

Balance der Nähe

Gemäß statista.com bevorzugen 50% der befragten Umfrageteilnehmer zumindest teilweise im Homeoffice zu arbeiten (weitere 17% der Interviewees bevorzugen es sogar, ganz von zuhause zu arbeiten). Büroarbeitsplätze werden langsam aber sicher zugunsten von Heim- und mobilen Arbeitsplätzen abgelöst, ein Trend der sich immer klarer abzeichnet. Teamleiter müssen sich dessen bewusst sein und benötigen die Fähigkeiten wie auch die passende Infrastruktur, um auf diese Herausforderung angemessen vorbereitet zu sein. Zunächst ist es für Sie wichtig herauszufinden welche Aktivitäten nur in einem persönlichen (face-to-face) Rahmen im Team durchgeführt werden können. Hier geht es in der Regel um abstimmungsintensiven Austausch mit hoher geforderter zwischenmenschlicher Qualität.  Ist Ihnen dies bekannt, können Sie so viele der weiteren Tätigkeiten wie möglich mobil oder im Home office erledigen lassen. Dies verleiht Ihren Mitarbeitern ein Höchstmaß an Autonomie und freier Zeiteinteilung.

Virtuelles Arbeiten ist enorm abhängig von einer funktionierenden technischen Infrastruktur. Alle Ihre Teammitglieder benötigen professionelle Werkzeuge, um unkompliziert miteinander in Kontakt zu treten, sowohl hardware- wie auch softwareseitig.

 

Balance der Verlässlichkeit

Gute Teamleiter haben eine unsichtbare Antenne für das jeweilige Klima im Team was die Faktoren „Veränderung“ und „Stabilität“ anbetrifft. Sie verfügen über Fähigkeiten, um herauszufinden, was ein Team in der jeweiligen Situation gerade benötigt, ob eher mehr Veränderung oder mehr Stabilität. Beispielsweise könnten sie ihr Team fragen: „Auf einer Skala von 1 (Hohe Stabilität / keine Veränderung) bis 10 (Keine Stabilität / ständige Veränderung): Wo nehmt Ihr persönlich wahr, sind wir gerade?“ in Ergänzung zu der Frage: „Und wo auf der Skala möchtet Ihr jeweils aktuell sein (nach Eurem Bedürfnis) damit Ihr im Job glücklich seid?“. Die erhaltenen Antworten geben wertvolle Hinweise darauf, wie das Team aktuell die Situation wahrnimmt und was der Einzelne jetzt gerade benötigt.

Gute Teamleiter wissen auch, dass beides bedeutend ist: sowohl kontinuierlich kleine Veränderungen anzustoßen (damit das Team lernen, sich entwickeln und wachsen kann) als auch gleichzeitig dem Team „stabile Zonen“ anzubieten sowie Rituale, damit dem Einzelnen ein „sicherer Hafen“ und eine vertraute Arbeitsumgebung geboten wird, von der aus Veränderungen gut bewältigt werden können. Verlässlichkeit ist eine Qualität in unserem Leben, die wertvoll ist und uns hilft gut mit Energien zu haushalten und in unserer Mitte zu bleiben.

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4 Gedanken zu „Ein gut ausbalanciertes Team“

  1. Lieber Matthias von Mitzlaff! Vielen Dank für die Beschreibung verschiedener Führungsaspekte von Teamleadern! Gerade in nicht hierarchisch geführten Strukturen oder auch self directing Teams wird die Balance zwischen transaktionaler und transformationaler Führung zunehmend essentieller, um Leistung und Ergebnisse zu erreichen. Wichtig sind die fragende Haltung und die kleinen, nachhaltig gegangenen Schritte – so gelingt die Umsetzung. Schön dargestellt mit den Bildern, die in Erinnerung bleiben.

    1. Vielen Dank liebe Christiane,
      für deinen substanziellen Kommentar.
      Experten und Kollegen wie du sind mir ein kontinuierlicher Ansporn, für neue Blogimpulse.

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